Renate leitet ein Erzählcafé – Freudensprünge inklusive

24.09.2025
Bildmaterial: Freiwilligenzentrum Salzburg / Daniela Klein
Renate E. (re,) erzählt im Interview, warum sie nach Freiwilligeneinsätzen jedes Mal Luftsprünge machen möchte.
Geschrieben von
Profilbild
Doris Mair
Freiwilligen­zentrum Salzburg
Medien- und Öffentlichkeitsarbeit

Renate E. engagiert sich mit viel Herz und Freude beim Salzburger Hilfswerk, wo sie einmal im Monat ein „Erzählcafé“ in St. Johann leitet.  Sie bereitet für jedes Treffen ein Thema vor, das alle Besucher:innen anspricht und zu positiven Gesprächen anregt. Dabei wird über alles Mögliche gesprochen: von Rezepten für die ewige Jugend bis hin zum Mondkalender war schon alles dabei. Auch das Gehirn wird spielerisch gefordert – ob bei Anagrammen, Stadt-Land-Fluss oder Ratespielen.

 

Negative Themen sind im Erzählcafé tabu

Renate ist bekannt für ihre humorvolle Art und sorgt immer für gute Stimmung. Negative Themen, wie Beschwerden über Krankheiten oder Arztbesuche, sind im Erzählcafé tabu – hier soll ein Ort der Freude und positiven Energie geschaffen werden. In gemütlicher Runde, bei Kaffee und Kuchen können sich die Teilnehmenden entspannen und austauschen.

Im Word-Rap sprechen wir mit Renate darüber, wie ihr freiwilliges Engagement ihr eigenes Leben bereichert.

 

Glücklich sein bedeutet für mich…

meine Leihhündin Mia, mein Glaube und meine Dankbarkeit.

 

Wenn ich mir etwas Gutes tun möchte, dann…

hole ich mir meine Leihhündin, pack in meinen Rucksack eine Jause und etwas Gutes für Mia und dann fahren wir nach Embach, um dort einen Wallfahrtsort zu besuchen. Dort wandern wir dann eineinhalb Stunden bis zur Wallfahrtskapelle Maria Elend. Mia liebt das auch: Wenn wir die Kurven rauffahren in die Richtung dieses Bergdorfes, dann fängt sie vor Freude zu Winseln und zu Jaulen an.

 

Meine Freunde schätzen mich, weil…

ich ehrlich bin, sehr hilfsbereit bin und weil sie jeden Blödsinn mit mir machen können.

 

Diese besonderen Fähigkeiten und Talente kann ich in meine Freiwilligenarbeit einbringen…

meine Hilfsbereitschaft. Und wenn es gute Ideen gibt, die man gemeinsam verwirklichen kann, bin ich immer sofort dabei. Zum Beispiel wollten die Teilnehmer*innen des Erzählcafés einen Ausflug machen und ich habe einen Bus organisiert, um gemeinsam zum Jägersee zu fahren.

 

Diese wertvolle Begegnung oder Freundschaft habe ich meinem freiwilligen Engagement zu verdanken…

ich habe eine Bergfreundin, die Vroni, mit der ich die ersten Dreitausender bestiegen habe. Sie ist eine engagierte Mitarbeiterin des Hilfswerks und war eigentlich die, die mich zu meinem freiwilligen Engagement gebracht hat. Kurz vor meiner Pension ist sie zu mir gekommen und hat gesagt: „Was machst du eigentlich, wenn du in der Pension bist?“ – und hat mir dann das Engagement im Hilfswerk vorgeschlagen. Sie hat zu mir gesagt, wenn es dir mal nicht mehr gefällt, kannst du jederzeit aufhören. Aber ich konnte nicht mehr aufhören! Ich würde meine Freiwilligenarbeit nicht freiwillig aufgeben. Irgendwann wird man mich da rausdrängen oder raustragen müssen, weil von alleine gehe ich nicht (lacht).

 

Mein schönstes Erlebnis bei der Freiwilligenarbeit war…

ich habe es im Erzählcafé immer so gesehen, dass ich die Person bin, die alle erheitern muss und die dafür verantwortlich ist, dass sich alle wohlfühlen. Wir machen immer eine Anfangsrunde, wo jeder erzählt, was im Laufe des Monats passiert ist und ich habe mich immer bewusst zurückgehalten, weil ich mir gedacht habe, das sind die Akteure und ich bin nur die, die Hilfestellung gibt. Aber gleich beim zweiten Erzählcafé haben sich die Besucherinnen zusammengeschlossen und haben mich gefragt: „Was hast du erlebt? Was hast du in diesem Monat gemacht?“. Es war für mich so schön, dass sie auch Interesse an mir zeigen. Das hat mir ein gutes Gefühl gegeben.

 

Wenn ich ein eigenes Freiwilligenprojekt starten würde, wäre das…

mein Erzählcafé ist mein eigenes Freiwilligenprojekt. Ich habe dieses Projekt zwar von einer anderen Person übernommen, aber es war vorher ganz anders. Ich kenne die Frau, die es früher geleitet hat und sie ist eine sehr ruhige und sehr bedachte Frau – und ich bin ja weder das eine noch das andere. Ich bringe sehr viel von meinen eigenen Ideen rein.

 

Wenn ich von meinem freiwilligen Engagement rausgehe, dann…

möchte ich immer einen Freudensprung machen. Ich habe ein Bild von Charlie Chaplin im Kopf, wo er einen Freudensprung macht und ein Bein ganz weit zur Seite ausstreckt. Es ist für mich ein Ausdruck der absoluten Glückseligkeit. Ich möchte damit zeigen: „Ich habe das so super gemacht und ich bin so glücklich.“ Genau so möchte ich aus meinem freiwilligen Engagement rausgehen: Rauswatscheln und dann so einen Luftsprung machen und rufen „Juhuuu, das Leben ist schön!“ Das ist für mich das Gefühl von Freiwilligenarbeit.

Zurück