Freiwillige machen Geschichte für alle zugänglich
Der Franziszeische Kataster digital
Die Habsburger Monarchie hinterließ mit dem Franziszeischen Kataster (1817–1865) eine der bedeutendsten Verwaltungsleistungen ihrer Zeit. Nun wurde dieses historische Erbe digitalisiert und öffentlich zugänglich gemacht – durch ein einzigartiges Freiwilligenprojekt der Universität Innsbruck.
80 Freiwillige, 1,5 Millionen Datensätze
In fünf Jahren engagierter Arbeit haben rund 80 Freiwillige über 1,5 Millionen Datensätze erfasst – das entspricht mehr als 20 Millionen Einzelinformationen. Ihre Aufgaben reichten vom Entziffern alter Kurrentschrift über das Lokalisieren und Digitalisieren von Parzellen bis hin zur Strukturierung der gewonnenen Daten. Mit akribischer Genauigkeit wurden nicht nur alle Parzellen georeferenziert, sondern auch die Namen, Berufe und Wohnorte der damaligen Eigentümer:innen erfasst.
Ein digitales Fenster in die Vergangenheit
Durch die Digitalisierung des Franziszeischen Katasters erhalten Forschende, Heimatkundler:innen und Interessierte Zugang zu detaillierten Informationen über die historische Landnutzung Tirols. Die interaktive Online-Plattform ermöglicht es, gezielt nach Parzellen, Familiennamen oder Gebäuden zu suchen. Besonders für die Ahnenforschung, regionale Geschichtsforschung und den Schulunterricht bietet das Projekt wertvolle Einblicke.
Von Innsbruck in die Welt
Das Forschungszentrum Digital Humanities der Universität Innsbruck initiierte und leitete das Projekt. Die technische Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit der europäischen Genossenschaft READ-COOP SCE. Das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen stellte historische Karten bereit, die als Grundlage für die digitale Erfassung dienten.
Was kommt als Nächstes?
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Tirol-Digitalisierung im August 2024 wird das Projekt auf ganz Österreich ausgeweitet. Bereits jetzt arbeiten Freiwillige an der Erfassung der historischen Karten von Vorarlberg, Salzburg und Kärnten. Doch damit nicht genug: Langfristig soll die Plattform auch auf weitere Länder der ehemaligen Habsburgermonarchie ausgedehnt werden, darunter Italien, Kroatien, Slowenien und Ungarn.
Mitmachen und Geschichte lebendig machen
Das Projekt lebt vom freiwilligen Engagement! Wenn du dich für Geschichte, alte Karten oder Ahnenforschung interessierst, kannst du Teil dieses einzigartigen Citizen-Science-Projekts werden. Die Mitarbeit erfolgt flexibel und online, sodass du von überall aus mitmachen kannst.
Interesse geweckt?
Mehr Infos und Kontaktmöglichkeiten findest du hier
http://www.franziszeischerkataster.at/ sowie https://transkribus.eu/cs/kati/citizen-science-at/#/