Rückblick auf die Freiwilligenkonferenz 2025
Rund 150 Gäste diskutieren im Rahmen der Freiwilligenkonferenz 2025 Bedeutung und Chancen künstlicher Intelligenz für den Freiwilligenbereich.
„Wie viel KI verträgt das Ehrenamt – und wo bleibt dabei der Mensch?“ Diese Frage stellte die Freiwilligenkonferenz 2025 am 4. Dezember in Wien und traf damit den Nerv der Zeit. Mehr als 150 Vertreter:innen von Freiwilligenorganisationen, der Zivilgesellschaft und Politik sorgten für einen bis auf den letzten Platz gefüllten Veranstaltungssaal im Bundesamtsgebäude in der Radetzkystraße. Das Fazit vorweg: Die Veranstaltung bot genau jenen Mix, den sich die Besucher:innen wünschten – Theorie am Vormittag und greifbare „Hands-on“-Lösungen am Nachmittag.
Von der „Teilgabe“ zum digitalen Freiwilligenpass
Die Keynotes spannten den Bogen weit: Kulturanthropologin Bettina Ludwig verglich moderne Strukturen mit Jäger-und-Sammler-Gemeinschaften und regte dazu an, dass Menschsein im digitalen Zeitalter neu zu definieren. Ihr Credo: Echte Verbundenheit entsteht nicht nur durch Teilhabe, sondern durch Teilgabe. Denn wo Maschinen lediglich Muster erkennen, finden Menschen Bedeutung. Jana Piske demonstrierte anschließend, wie KI ganz praktisch entlasten kann – etwa durch die Erstellung von Personas für die Zielgruppenansprache oder Chatbots für das Onboarding neuer Freiwilliger. Kritisch mahnte sie jedoch auch, den ökologischen Fußabdruck energieintensiver KI-Anwendungen nicht aus den Augen zu verlieren. Nach der Mittagspause gab Christoph Angster (Sozialministerium) einen Ausblick auf den digitalen Freiwilligenpass, der künftig als Web-Applikation etwa das Ausstellen von Kompetenznachweisen erheblich erleichtern soll.
Praxisnah: Tooltopia und Kurz-Inputs
Am Nachmittag standen Anwendung und Austausch im Fokus. In den Kurz-Inputs informierten sich die Teilnehmer:innen über praktische KI-Tools, dem Aufbau eigener Community-Plattformen und dem Vermeiden von Altersdiskriminierung im Netz.
Als Highlight entpuppte sich das interaktive Format „Tooltopia“, bei dem sich die Teilnehmer:innen intensiv untereinander austauschen konnten. Auf Stehtischen rings um den Festsaal stellten zahlreiche Organisationen digitale Lösungen vor. Die Bandbreite war beeindruckend und reichte von digitalen Freiwilligenplattformen über Citizen Science-Projekten von „Österreich forscht“ bis hin zum Engagement mit der VR-Brille.
Gelungener Auftakt für einen Festtag
Die Freiwilligenkonferenz bot die perfekte inhaltliche Einstimmung für den Abend. Mit der Erkenntnis, dass KI zwar Prozesse optimieren, aber menschliche Beziehungsarbeit nie ersetzen kann, wechselten zahlreiche Teilnehmer:innen im Anschluss die Location – von der Konferenz im Bundesamtsgebäude ging es weiter zur feierlichen Gala des Freiwilligenstaatspreises ins Wiener Rathaus.
Impressionen
Bilder: © Sabrina Saltori
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Die Freiwilligenkonferenz wurde ermöglicht durch Fördermittel des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. |
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