#immerfreitags: Mehr Fördergelder für freiwillige Lesepat:innen

18.09.2026

Die Meldungen der Woche

 

Mehr Fördergelder für freiwillige Lesepat:innen

4.600 Ehrenamtliche lesen wöchentlich mit Kindern in Schulen, Bibliotheken oder Bildungseinrichtungen. Zu tun gibt es genug: Zuletzt verpassten in Österreich 40 Prozent der Volksschüler:innen die Bildungsstandards im Lesen. Das Bildungsministerium reagiert und stockt die Fördergelder um 120.000 Euro auf. Profitieren sollen 14 Organisationen aus allen Bundesländern, die Lesepat:innen ausbilden, begleiten und vernetzen. Die zusätzlichen Mittel fließen vor allem in Qualifizierung, Begleitung und Vernetzung der Ehrenamtlichen (ots.at sowie orf.at).

Ehrenamt im Sport ausgezeichnet

Als der Golfclub Schärding 2024 nach 30 Jahren Insolvenz anmeldete, gründete Wolfgang Ritt den Verein kurzerhand neu und machte ihn zum ökologischen Vorzeigemodell – mit Hackschnitzelheizung, PV-Anlage und Blumenwiesen statt Pestiziden. Pia Glasebach baute in Innsbruck von Grund auf einen Kletterverein für Menschen mit Fluchterfahrung auf. Beide holten mit ihrem Engagement beim "Ehrenamtspreis Sport 2026" den ersten Platz in ihrer Kategorie. Das Sportministerium vergab den mit 50.000 Euro dotierten Preis bereits zum vierten Mal in insgesamt sieben Kategorien (bmwkms.gv.at).

Umfrage: Hohes Potenzial für Nachbarschaftshilfe

Vier von zehn Österreicher:innen engagieren sich gerne und regelmäßig in der Nachbarschaft. Das zeigt eine aktuelle ImmoScout24-Studie unter 1.000 Befragten. Die Bereitschaft zur Nachbarschaftshilfe wäre dabei noch viel größer: Jede:r Siebte gab an, sich vorstellen zu können, ältere oder alleinlebende Personen zu unterstützen. Aktuell tun das jedoch erst 14 Prozent der Befragten. Bei der Hilfe für Neuankömmlinge klafft die Lücke noch weiter: 59 Prozent könnten sich das vorstellen, aktiv sind erst fünf Prozent. Gründe für diese Lücke nennt die Umfrage nicht (ots.at).

Engagiert am Bauernhof

Eine Woche lang tauschte Studentin Ida van Leerdam den Hörsaal gegen den Kuhstall. Am Samerhof in Matrei am Brenner (Tirol) versorgte sie Tiere, produzierte Frischkäse und räumte Wiesen. Möglich macht das der Verein Freiwillig am Bauernhof. Vermittelt werden die Einsätze vom Alpenverein, abgewickelt über den Maschinenring. Die Freiwilligen erhalten Unterkunft, Verpflegung und Versicherung – die Höfe dringend benötigte Hilfe in arbeitsintensiven Zeiten. Gleich am ersten Tag durfte die freiwillige Helferin die Geburt eines Kalbes miterleben. Sein Name: Ida (meinbezirk.at/stubai-wipptal).

Deine Meinung für die Jugendstrategie

Das Bundeskanzleramt entwickelt gemeinsam mit allen Ministerien 24 neue Ziele für die Österreichische Jugendstrategie. Dazu möchte es wissen, was junge Menschen tatsächlich beschäftigt. Bei der Umfrage „Zukunft. Ziele. Zuversicht!" können 14- bis 30-Jährige noch bis 31. Oktober 2026 ihre Sicht einbringen. Du bist in einem Verein mit Jugendlichen aktiv? Dann leite den Link gerne weiter (yep-austria.involve.me).

Imst lebt Demokratie

Zum Abschluss der Imster Demokratiewoche treten Vereine, Ehrenamtliche und Interessierte gegeneinander an: Beim Pub Quiz „Stadt.Land.Ehrenamt" testen Teams ihr Wissen rund um gesellschaftliches Engagement. Der Termin am 25. September bildet den Schlusspunkt der zehntägigen Aktionswoche „Imst lebt Demokratie!" – mit Ausstellung, einem Fest der Kulturen und einem bunten Jugendprogramm (meinbezirk.at).

1.000 Euro für dein Nachhaltigkeitsprojekt

Die Ban Ki-moon Foundation und das Bundeskanzleramt fördern Nachhaltkeitsprojekte junger Menschen. Für das "Gen2030+ Fellowship" werden 18 Personen zwischen 18 und 28 Jahren gesucht. Wer eine Projektidee zu einem der 17 Nachhaltigkeitsziele der U.N. (=SDGs) mitbringt, hat die Chance auf 1.000 Euro Förderung, Mentoring und einen zweitägigen Aufenthalt in Wien mit Terminen bei Entscheidungsträger:innen. Bewerbungsschluss ist der 1. Oktober (bankimoon.submit.com).

Studie: Religiöses Ehrenamt mindert Jobchancen

Für eine aktuell veröffentlichte Studie legten Forschende der Unis Gent, Antwerpen und Löwen (Belgien) Personalverantwortlichen erfundene Bewerbungen vor. Die fiktiven Kandidat:innen unterschieden sich nur in einem Punkt. Das Ergebnis: Wer beim Sportverein oder in der Nachbarschaftshilfe hilft, punktet. Wer das Gleiche in Kirche oder Moschee tut, hat weniger Chancen, in die zweite Bewerbungsrunde zu kommen. Der Effekt ist bei christlichen wie muslimischen Bewerbenden gleich. Grund dafür laut Studienautor:innen: Mainstream-Ehrenamt wirkt vertraut. Religiöses Ehrenamt wirkt fremd (katholisch.de).

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