Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem Verein füruns - Zentrum für Zivilgesellschaft - der österreichweiten Plattform für freiwilliges, zivilgesellschaftliches Engagement. Sie unterstützt all jene, die mit ihren Ideen, Initiativen und Projekten dazu beitragen, unser (Zusammen-)Leben zu verbessern.
Barrierearme Veranstaltungen planen
Kleine Schritte, große Wirkung
Barrierefreiheit bedeutet mehr als Rampen und breite Türen. Schon mit einfachen Maßnahmen können Veranstaltungen so gestaltet werden, dass möglichst viele Menschen teilhaben können. Vollständig barrierefrei ist kaum ein Event – aber jeder Schritt trägt dazu bei, die Teilhabe zu erleichtern. Der Verein füruns - Zentrum für Zivilgesellschaft zeigt, wie das gelingen kann:
Location & Räume
Bei der Wahl des Veranstaltungsorts lohnt es sich, genau hinzuschauen: Gibt es genügend Behindertenparkplätze mit Rangierraum? Sind Türen mindestens 90 cm breit und Schwellen nicht höher als 2 cm? Auch ein gut platzierter Lift oder kontrastreich abgeklebte Kabel machen einen großen Unterschied – und kosten meist wenig Aufwand.
Orientierung leicht gemacht
Wusstest du, dass Farbmarkierungen nicht auf Rot-Grün basieren sollten, da Menschen mit Farbsehschwäche diese oft nicht erkennen können? Auch Glastüren oder Bodenschwellen lassen sich durch kontrastreiche Streifen sichtbar machen. Falls kein taktiles Leitsystem vorhanden ist, kann geschultes Personal zur Orientierung beitragen.
Kommunikation & Akustik
Damit wirklich alle mitbekommen, was gesagt wird, helfen Mikrofone und eine gute Lautsprecheranlage. Für Menschen mit Hörbeeinträchtigung sind Induktionsschleifen besonders wertvoll. Reizarme Rückzugsräume wiederum ermöglichen Menschen mit sensorischer Überlastung, zwischendurch eine Pause einzulegen.
Bühne & Catering
Nicht nur das Publikum braucht Zugänglichkeit: Auch Redner:innen sollen die Bühne ohne Hürden erreichen können – etwa über Rampen mit maximal 6 % Steigung oder ein höhenverstellbares Pult. Beim Catering sorgen kleine Details für große Wirkung: kippsichere Becher, beschriftete Allergene, aber auch Besteck bei Fingerfood. Und: Bitte keine Holzspieße – sie sind für sehbehinderte Menschen ein unterschätztes Verletzungsrisiko.
Outdoor-Events & Vorfeldinfos
Unter freiem Himmel gilt: fester, ebener Untergrund statt Kopfsteinpflaster. Schon im Vorfeld sollte klar kommuniziert werden, welche Zugänge barrierearm sind. Wer bei der Anmeldung abfragt, ob Besucher:innen Unterstützung benötigen, kann gezielt vorbereiten und Barrieren abbauen.
Fazit
Barrierearme Planung bedeutet vorausschauend denken, Bedarfe abfragen und das Team sensibilisieren. Viele Maßnahmen sind einfach umzusetzen, haben aber eine große Wirkung.
Das vollständige „Wissen kompakt“ zum Download findest du hier: