"Das bietet meiner Meinung nach keine andere Lehrveranstaltung"

04.05.2022
Fabian steht vor einem blühenden Strauch und lächelt in die Kamera.

Möglichst effizient Fachwissen für die eigene Karriere aneignen – das erwarten sich wohl die meisten Studierenden von ihren Lehrveranstaltungen auf der Universität oder Hochschule. Doch auch Empathie kann man beim Studieren erlernen, wie Lehramtsstudent Fabian Amstler berichtet.

Als Jungscharleiter und Vorstand der Katholischen Jugend war Fabian Amstler bereits vor seinem Studium gut vertraut mit dem Thema soziales Engagement. Im Rahmen des Projekts L.E.V. – kurz für “Lernen.Engagement.Verantwortung” an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz war Fabian ein freiwilliger Einsatz im Rahmen seines Lehramtsstudiums möglich. “Mit meinem Engagement verbessere ich mein Umfeld. Das bietet meiner Meinung nach keine andere Lehrveranstaltung. Das ist einzigartig“, meint Fabian, der vom Angebot begeistert ist.  

Dass er dabei mit Kindern zusammenarbeiten möchte, war für den Lehramtsstudierenden der Sekundarstufe naheliegend: „Mit Kindern zu arbeiten bedeutet für mich stets dazuzulernen. Ich bekomme ständig neue Lebenswelten von den Kindern transportiert, auf die ich mich einstellen muss und das meistens ganz plötzlich“, sagt Fabian über seinen Einsatz bei der Katholischen Jungschar.

Corona-Programm für die Kinder

Zehn Jahre lang ist Fabian bereits in der Jungschar aktiv – und doch war dann im Rahmen des L.E.V.-Engagements vieles anders. Der Pandemie sei Dank – sah Fabian seine Schützlinge oft nur vor dem Bildschirm im Video-Call. „Während Corona war es schwer in Kontakt zu bleiben, wir haben aber trotzdem versucht den Kontakt mit Eltern und den Kindern aufrechtzuerhalten.“ Bei der Programmgestaltung legte Fabian auf Abwechslung wert. „Ziel war es, dass die Kinder nicht in ihrer Freizeit erneut nur vor dem Bildschirm sitzen und den Schulstoff nachlernen. Deshalb haben wir den Kindern Aktivitätspakete geschickt, die mit Bastelideen, Spielen für zu Hause oder Rezepten bestückt waren”, so Fabian. Sobald es wieder möglich war. Sobald es wieder möglich war,  haben wir unter Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen natürlich wieder Live-Gruppenstunden abgehalten, worüber sich die Kinder sehr gefreut haben”, sagt Fabian.

Die 80 Stunden Freizeit – oder besser gesagt Studienzeit – widmet der künftige Lehrer den Kindern und Jugendlichen, aus einer ehrlich empfundenen Empathie heraus: „Wenn ich im Sozialbereich etwas tue, dann nicht deswegen, weil ich finanziell etwas erreichen oder mich auf der Karriereleiter hocharbeiten will“, erklärt Fabian seine Beweggründe. Sich für andere einzusetzen ist für Fabian dabei etwa ganz Selbstverständliches und in der Familie auch fast “genetisch veranlagt”. Sein Großvater gründete im Heimatort die Jugendfeuerwehr, dort war auch Fabians Vater aktiv und auch seine Schwester leitet mittlerweile mit ihm gemeinsam die Jungschargruppe.

Am Ende des Engagements reflektiert Fabian gemeinsam mit Lehrveranstaltungsleiterin Petra Köppl über seinen Einsatz. Selbst als erfahrener Jungscharleiter durfte er viel dazulernen. „Was ich in dieser Lehrveranstaltung erworben habe, das brauche ich im Alltag. Schlussendlich bin ich auf sehr viele Sachen gekommen, auf die ich während der Arbeit gar nicht gedacht habe“, erzählt Fabian. Im Rahmen der Reflexion sei ihm dann erst bewusst geworden, “welche Kompetenzen ich habe und was ich eigentlich mittlerweile alles gelernt habe.“

Was ich in dieser Lehrveranstaltung erworben habe, das brauche ich im Alltag. Schlussendlich bin ich auf sehr viele Sachen gekommen, auf die ich während der Arbeit gar nicht gedacht habe.
Fabian Amstler
Lehramtsstudent

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