Staatspreis für freiwilliges und ehrenamtliches Engagement in Österreich

Mit dem Staatspreis für freiwilliges und ehrenamtliches Engagement zeichnen das Bundeskanzleramt und das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auch 2025 herausragende Initiativen und Aktivitäten des freiwilligen und ehrenamtlichen Engagements aus.

Preisverleihung im Stream!

Am 4. Dezember war es soweit, das Bundeskanzleramt und Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz vergaben den 3. Freiwilligenstaatspreis. Die Preisverleihung vor rund 250 geladenen Gästen in der Volkshalle des Wiener Rathauses gab es ab 19:00 Uhr im Livestream.

Die Preisträger:innen

Kategorie „Innovation“

Die Kategorie Innovation würdigt Initiativen, die durch kreative und unkonventionelle Ansätze neue Wege gehen. Unabhängig von ihrer Größe oder davon, ob das Engagement formell oder informell stattfindet, leisten sie einen wegweisenden sozialen, kulturellen oder ökologischen Beiträge für die Gesellschaft.

1. Platz: Die Klimabilanz des Alpenvereins vom Österreichischen Alpenverein

Der Alpenverein will bis 2033 klimaneutral werden. Heuer bilanzieren zwölf Sektionen erstmals ihren CO₂-Ausstoß. Freiwillige erfassen die Daten von Hütten, Touren und Kletterhallen und identifizierten die größten Emissions-Hebel: von der Anreise zum Kletterkurs bis zum Heizöl auf der Hütte. So wird Klimaschutz alltagstauglich.

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2. Platz: Die neunerhaus Tierarztpraxis vom neunerhaus – Hilfe für obdachlose Menschen

In Wien-Margareten versorgen freiwillige Tierärzt:innen und Assistent:innen die Haustiere obdach- und wohnungsloser Menschen – kostenfrei, professionell und österreichweit einzigartig. Seit 2010 wurden so mehr als 7.000 Tiere behandelt: von Impfungen und Kastrationen bis zu Wund- und Zahnbehandlungen. Engagement, das Tiergesundheit sichert – und für Menschen in Not Würde und Halt bewahrt.

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3. Platz: Social Impact HUB vom Regionalmanagement Kitzbuehler Alpen

Das Regionalmanagement Kitzbüheler Alpen vernetzt Gemeinden, Organisationen und Freiwillige. So entstehen neue Formen sozialer Teilhabe im ländlichen Raum. Gemeinsam werden regionale Projekte entwickelt – kreativ, alltagsnah und für alle Generationen: vom Mitmach-Angebot für junge Menschen, bis hin zur „Tasse Freude“, die unkompliziert hilft. Der Social Impact Hub Tirol: gemeinsam. wirksam. lokal.

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Kategorie „Generationen“

Die Kategorie Generationen stellt das Engagement von Jung und Alt in den Fokus. Ausgezeichnet werden Angebote, die freiwilliges Engagement über die Altersgrenzen hinweg ermöglichen. Bei denen junge Menschen zu einem Engagement motiviert werden oder die Teilhabe älterer Menschen durch Engagement gefördert wird.

1. Platz: midanond oid werdn von der Landjugend Neukirchen an der Enknach

Die Landjugend Neukirchen an der Enknach zeigt, wie viel Kraft im Miteinander der Generationen steckt. Ein Jahr lang arbeiteten 35 junge Menschen am Projekt „midanond oid werdn“. Das Herzstück: die kostenlose Broschüre "Pflege zuhause – was nun?“ die mehr als 2.600-mal im Bezirk Braunau verteilt wurde. Dazu kamen Berufsvorstellungen an Schulen, ein Ferienprogramm für Enkel und Großeltern, ein Nachmittag im Pflegeheim oder ein Benefizkonzert. 1200 Stunden Engagement – für mehr Nähe zwischen Jung und Alt.

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2. Platz: youngCares – Junges Engagement in der Senior:innenbegleitung vom Caritasverband der Erzdiözese Salzburg

Jugendliche besuchen regelmäßig Senior:innen in Einrichtungen rund um Salzburg. Sie erklären das Smartphone, verschicken Fotos und machen den Alltag leichter. Und umgekehrt sind die Senior:innen die Profis: beim Kartenmischen, beim Backen und in allem, was das Leben lehrt. So hilft jung alt – und alt jung: über 1.100 Stunden Begegnung im Jahr.

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3. Platz: Wiener Lesepatinnen und Lesepaten von "stay.together" – Verein zur Förderung des Ehrenamts im Bildungswesen

In Wiener Volks- und Mittelschulen schaffen Freiwillige Lesefreude. Rund 780 Lesepat:innen entdecken mit Kindern Geschichten – auf Deutsch und in der Erstsprache der Kinder. So stärken Lesepat:innen Sprache und Selbstvertrauen – und machen das gemeinsame Lesen zum schönsten Moment der Woche.

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Kategorie „Inklusion“

Die Kategorie Inklusion würdigt Angebote, die sich der Förderung von Inklusion und Chancengleichheit widmen. Im Fokus stehen Initiativen, die Barrieren abbauen und die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben ermöglichen, unabhängig von deren Herkunft, Fähigkeiten oder sozialem Status.

1. Platz: Café Donnschta im W*ORT vom Verein FÜRW*ORT

In Lustenau trifft immer donnerstags Marmorgugelhupf auf Hummus. Das Cafe Donnschta ist ein Lernort für Menschen jeden Alters: Freiwillige begleiten Kinder und Jugendliche beim Schreiben, Erfinden und Spielen – ohne Barrieren und ohne Rotstift. Hier wird die stille Besucherin zur Köchin. Oder Kinder zu Gastgeber:innen. Kostenfrei. Offen. Jede Woche.

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2. Platz: Heute bin ich im Publikum, morgen Veranstalter:in und übermorgen Künstler:in vom Verein Kunst- und Kulturhaus Vöcklabruck (OKH)

Konzerte, Lesungen, Workshops – im Offenen Kulturhaus Vöcklabruck entsteht Kultur gemeinsam. Seit 2012 beleben mehr als 50 Freiwillige das ehemalige Krankenhaus: offen, inklusiv und generationenübergreifend. Und das Publikum? Macht einfach mit – aus guten Ideen wird hier Programm.

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3. Platz: Hands Up – Guck mal, wer da spricht von der Landjugend Tarsdorf

Wie sagst du „Schön, dass du da bist“ – nur mit deinen Händen? Mit „Hands Up“ lädt die Landjugend Tarsdorf ein, die Österreichische Gebärdensprache zu erlernen. Denn dort, wo Menschen einander begegnen, fallen Barrieren: beim Sommerkino, bei Kinderaktionen, beim Frühschoppen und nicht zuletzt mit dem Landjugend-Lied in der Gebärdensprache-Edition.

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Kategorie „Katastrophenschutz & Notfallhilfe“

Die Kategorie Katastrophenschutz & Notfallhilfe zeichnet Organisationen, Initiativen und freiwillige Helfer:innen aus, die sich in außergewöhnlichen Krisensituationen engagieren und damit maßgeblich zur Sicherheit und Stabilität der Gesellschaft beitragen.

1. Platz: Team Österreich – Eine Initiative vom Österreichischen Roten Kreuz und Hitradio Ö3

Schlamm schaufeln, Keller leer räumen, Existenzen sichern: Als in Niederösterreich 2024 die große Flut kam, mobilisierte Team Österreich mehr als 1.200 Freiwillige, die dort aushalfen, wo die Kraft nicht mehr reichte. „Wenn ich gebraucht werde, dann bin ich da“ – das gilt nicht nur im Katastrophenfall: 2024 waren allein in Niederösterreich 368 Team-Österreich-Lebensretter:innen bei einem Herz-Kreislaufstillstand zur Stelle.

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2. Platz: Das Schutzzelt von den Pfadfinder*innen Steiermark

Ein Ort, an dem Kinder sich sicher fühlen können – egal, was sie beschäftigt. Die Pfadfinder*innen Steiermark haben dazu ein echtes Schutzzelt geschaffen: ein geschützter Raum, den Kinder und Jugendliche besuchen können, um Sorgen zu teilen, Grenzen zu benennen oder einfach neue Kraft zu tanken. Geschulte Freiwillige hören zu und helfen – sowohl im Pfadfinderlager als auch in der Heimstunde.

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3. Platz: Helfen kann jede:r, nichts tun ist der einzige Fehler! von SINUS – interdisziplinäre Notfallinitiative Linz

Wenn ein Herz stehen bleibt, zählt jede Sekunde. Damit im Notfall niemand tatenlos zusehen muss, schulen Freiwillige von Sinus Linz Menschen in Wiederbelebung: bei Aktionstagen, an der Linzer Universität und direkt in Organisationen. 42 freiwillige Instruktor:innen bildeten bisher mehr als 600 Personen aus – mit beeindruckender Wirkung: Auf dem Uni-Gelände in Linz konnten geschulte Teilnehmer:innen ein Leben retten.

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Kategorie „Sonderpreis Freiwilligenkoordination“

Freiwilligenkoordination ist eine Schlüsselaufgabe für nachhaltiges ehrenamtliches Engagement und trägt maßgeblich zur Qualität und Wirksamkeit freiwilliger Tätigkeiten bei. Mit dem Sonderpreis werden Leistungen in der Organisation, Begleitung und Professionalisierung von Freiwilligenarbeit ausgezeichnet. Im Mittelpunkt steht eine professionelle und wertschätzende Einbindung von Freiwilligen.

Ehrenamtliches Mentoringprogramm für sozioökonomisch benachteiligte Jugendliche von Sindbad – Mentoring für Jugendliche Österreich

Wenn junge Menschen anfangen, an sich zu glauben, kann das Leben verändern. Sindbad zeigt, was möglich wird, wenn Freiwillige so gestärkt werden, dass sie selbst zu Stärkenden werden. Mehr als 3.000 Freiwillige haben seit 2016 Jugendliche begleitet. Und dieses Engagement wirkt: Viele Tandems bleiben darüber hinaus verbunden – als echte Lebensbegleiter:innen.

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Impressionen von der Staatspreis-Verleihung 2025

Bilder: © Clemens Manser Photography

Freiwilliges Engagement ist unverzichtbar – ob bei der Begleitung älterer Menschen, in der Wohnungslosenhilfe, im Rettungswesen und Katastrophenschutz, bei Unterstützungsangeboten für Menschen mit Behinderungen, bei der Stärkung der psychischen Gesundheit oder in vielen anderen wesentlichen Bereichen des Zusammenlebens. Dieses Engagement schafft Nähe, Vertrauen und echte Unterstützung – genau dort, wo sie am meisten gebraucht wird. Der Staatspreis für freiwilliges und ehrenamtliches Engagement lenkt den Blick auf diese oft stillen, aber umso bedeutenderen Beiträge zum sozialen Zusammenhalt in unserem Land.
Porträt der österreichischen Sozialministerin Korinna Schumann
Korinna Schumann
Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
Ehrenamt ist Teil unserer österreichischen DNA und hält uns als Gesellschaft zusammen. Wir würdigen mit dem Staatspreis für ehrenamtliches und freiwilliges Engagement den Einsatz der Ehrenamtlichen, die Österreich mit ihren unzähligen unbezahlten Stunden am Land und in der Stadt so lebenswert machen.
Porträt der Bundesministerin für Europa, Integration und Familie
Claudia Plakolm
Bundesministerin für Europa, Integration und Familie

Unsere Jurymitglieder

Die Jury für den Freiwilligenstaatspreis setzt sich aus Mitgliedern des Österreichischen Freiwilligenrats zusammen:

Weiteres Jurymitglied:

  • Christina Aigner – Österreichischer Städtebund

Auszeichnung

In allen vier Kategorien wurden jeweils drei Initiativen bzw. Aktivitäten ausgezeichnet:

Staatspreis

(1. Platz)

5.000 EUR

Anerkennungspreis

(2. Platz)

3.000 EUR

Ehrenpreis

(3. Platz)

1.000 EUR

Der zusätzlich vergebene Sonderpreis für Freiwilligenkoordination ist ebenfalls mit 5.000 EUR dotiert.

Alle ausgezeichneten Initiativen durften sich zusätzlich zum Preisgeld über eine Urkunde und eine Trophäe freuen.

Der Freiwilligenstaatspreis ist eine Initiative des Bundeskanzleramts und des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz und wird koordiniert durch die Servicestelle für freiwilliges Engagement in Österreich.