"Mein Engagement hat mein Leben verändert"

01.02.2024
Bildmaterial: Josef Blaschko
Geschrieben von
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Doris Mair
Freiwilligen­zentrum Salzburg
Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Ich gehe immer mit einem guten Gefühl raus, so traurig die Geschichten auch oft sind.
Martin P.
Freiwilliger

Martin P. ist durch die Fluchtbewegung im Jahr 2015 zur Freiwilligenarbeit gekommen. Er hat damals in der Münchner Bundesstraße in Salzburg, Nahe der Grenze zu Freilassing, gearbeitet und hat vor seinem Bürofenster die Geflüchteten vorbeiziehen sehen. Er wollte nicht wegsehen, sondern etwas beitragen und hat sich daraufhin in der Flüchtlingshilfe bei der Grundausgabe engagiert.

 

SALZBURG. Seit zwei Jahren hilft Martin P. im Haus Franziskus, der Notschlafstelle der Caritas in der Stadt Salzburg. Als schlafender Nachtdienst unterstützt er als Notfall-Backup den Nachtdienst und macht am Morgen das Frühstück.

 

Martin im Word-Rap

 

Wenn ich mir etwas Gutes tun möchte, dann ...

spaziere ich um den See, an dem ich wohne.

 

Meine Inspiration mich freiwillig zu engagieren war …

2015.

 

Ohne mein freiwilliges Engagement würde mir fehlen …

es ist mittlerweile ein Teil meines Lebens. Es bereichert mich sehr.

 

Mein freiwilliges Engagement ermöglicht mir …

in ganz andere Welten einzutauchen. Es ist eine besondere Erfahrung im Haus Franziskus. Ich gehe immer mit einem guten Gefühl raus, so traurig die Geschichten auch oft sind.

 

Diese Erfahrung aus meiner Freiwilligenarbeit hat meine Persönlichkeit oder meine Einstellung geprägt …

das ist eine Geschichte, bei der ein Mann im Haus Franziskus in die Küche gekommen ist, um sich seinen Kaffee selbst zu holen. Das ist normalerweise ein No-Go, der darf eigentlich nicht rein. Ich habe ihn gewähren lassen und er hat dann zu mir gesagt: „Das, was du selbst erledigen kannst, mute keinem anderen zu“. Diese Worte haben mich sehr bewegt.

 

Meine größte Herausforderung bei der Freiwilligenarbeit war …

im Jahr 2015 nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris. Ich habe damals in der Gewandausgabe der Caritas mitgeholfen. Es war eine sehr angespannte Situation mit hohen polizeilichen Sicherheitsvorkehrungen. Die Geflüchteten wurden einzeln in Begleitung der Polizei zur Grundausgabe vorgeführt. Die anderen Geflüchteten haben draußen in Reih und Glied gewartet. Das waren Menschen, die ohne alles gekommen sind, nur mit einem Plastiksackerl in der Hand. Wir haben sie eingekleidet, weil sie nichts mehr hatten. Um sie herum wurde alles von der Polizei abgeriegelt. Das war ein sehr tiefgehendes Erlebnis, das mir sehr in Erinnerung geblieben ist.

 

Mein schönstes Erlebnis bei der Freiwilligenarbeit war, ...

auch im Jahr 2015. Wir freiwilligen Helfer haben viel mit den geflüchteten Kindern gespielt.

 

Wenn ich aus meinem freiwilligen Engagement rausgehe, dann …

bin ich oft sehr demütig.

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