Freiwilligen­konferenz 2023

« Alle(s) inklusive! »

Wann?

4. Dezember 2023
09:00 bis 15:00 Uhr

Wo?

MuseumsQuartier Wien Arena21
Museumsplatz 1/5
1070 Wien

Mittendrin statt mitgemeint

Wie kann freiwilliges Engagement zu einer Gesellschaft beitragen, an der jede Person – unabhängig von ihren individuellen Merkmalen und Fähigkeiten – aktiv teilnehmen und ihr volles Potenzial entfalten kann? Die Konferenz am 04. Dezember 2023 bot eine Plattform für den Austausch von Ideen, bewährten Verfahren und innovativen Ansätzen, um eine inklusivere Gesellschaft zu fördern.

Lass dich inspirieren!

Die Freiwilligenkonferenz ist eine der größten Tagungen im österreichischen Freiwilligensektor. Wir laden jedes Jahr Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis, engagierte Menschen und Betroffene ein, um mit uns einen Tag lang zu diskutieren. Auch im Jahr 2023 richtete sich die Veranstaltung an Vertreter:innen von Freiwilligenorganisationen, Initiativen und allen, denen inklusives Engagement am Herzen liegt.

10 Tipps für dein inklusives Event

Ein Rückblick auf das vielfältige Programm

Durch das Programm am 4. Dezember 2023 führte Moderatorin Claudia Em.

08:30 Uhr | Einlass und Ankommen

Willkommen bei der Freiwilligenkonferenz 2023. Nach der Anmeldung am Welcome-Desk gibt es erste Gelegenheiten zum Plaudern und Netzwerken.

09:00 Uhr | Begrüßung und Lesung durch Alfred Rauch

Wir starten mit einer Lesung von Alfred Rauch mit dem Titel "Unterhaltsames, Besinnliches und Skurriles von besonderen Menschen – Über die Liebe"

Zur Person

Alfred Rauch ist künstlerischer und organisatorischer Leiter des internationalen inklusiven Kulturfestivals sicht:wechsel und Geschäftsführer des Vereins Integrative Kulturarbeit. Als Kulturmanager ist er außerdem verantwortlich für die Lange Nacht der Bühnen in Linz sowie für die freie Theatergruppe theater@work. Seine künstlerische Laufbahn führte ihn als Sänger und Schauspieler an zahlreiche Theater in Österreich und Deutschland. 2002 erhielt er den Bühnenkunstpreis das Landes OÖ.

09:15 Uhr | Eröffnung

Grußworte von Mag. Anton Hörting, Leiter der Abteilung für Freiwilligenangelegenheiten im Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.

09:45 Uhr | Vortrag: "Da kann ja jede:r kommen! Freiwilliges Engagement und Inklusion“

Freiwilliges Engagement hat einen Gestaltungsanspruch. Menschen mit Behinderungen sind auf Grund von Teilhabebarrieren aber häufig vom Engagement ausgeschlossen. Das muss sich ändern! Was heißt es für die Arbeit von Freiwilligenagenturen und Ehrenamtskoordinator:innen, Menschen mit Behinderungen mitzumeinen und mitzunehmen in ihre Denk- und Arbeitsprozesse? Wie schaffen wir eine inklusive Beteiligungskultur in unseren Organisationen? Was sind Gelingensfaktoren und womit fangen wir gleich morgen an?

Zur Person

Henning Baden, M.A., baut bei der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt als Abteilungsleiter die Service- und Bildungsangebote der Stiftung auf und verantwortet zahlreiche Förderprogramme. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Veränderungen in zivilgesellschaftlichen Organisationen durch inklusive und digitale Denk- und Arbeitsweisen. Als Projektleiter der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e.V. trug er dazu bei, Freiwilligenagenturen zu inklusiven Anlauf- und Netzwerkstellen weiterzuentwickeln. Bei Deutschland sicher im Netz e.V. etablierte er ein Netz von Organisationen auf, die konkrete Hilfestellungen zum digitalen Wandel im Engagement anbieten.

10:25 Uhr | Vortrag: "Hier bist du richtig, wie du bist! – Arbeit mit dem Anti-Bias-Ansatz in inklusiven Prozessen“

Der Fokus sozialer Inklusion liegt darauf, dass alle Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit Macht, Stimme und Entscheidungsmöglichkeiten haben. Oder anders gesagt: Soziale Inklusion ist, wenn alle mitmachen dürfen. Soziale Inklusion ist keine To-Do-Liste, die abgehakt werden kann, auch kein abschließbares Projekt, sondern eine Haltung, die immer wieder erarbeitet und reflektiert werden muss, um wirksam werden zu können. Ganz konkret bedeutet es, sich auf Veränderungen in der Politik, in der Gestaltung des Gemeinwesens und der eigenen Organisation, aber auch in der Lebensführung Einzelner einzulassen. Unbewusste Vorurteile und Machtverhältnisse sind Stolpersteine auf diesem Weg. Der Anti-Bias-Ansatz bietet Impulse, um mit Vorurteilen, Stereotypen und Ausschließungsmechanismen konstruktiv umgehen zu können. Denn: Vorurteile haben wir alle, es geht darum, dass wir sie nicht zur Basis unseres Handelns werden lassen!

Zur Person

FH-Prof (em.) Dr.in Mag.a Eva Fleischer: Ausbildung zur Sozialarbeiterin, Studium der Erziehungswissenschaften und Politikwissenschaften. Weiterbildungen in den Bereichen Soziale Gerechtigkeit und Demokratie (u.a. Anti-Bias-Training, Argumentationstraining gegen Stammtischparolen) sowie Gruppenleitung und Moderation (u.a Gewaltfreie Kommunikation). Forschung und Lehre in den Bereichen Gender / Diversity / Intersektionalität / Inklusion sowie Partizipation / Service Design in der Sozialen Arbeit. Derzeit u. a. tätig als Speakerin, Trainerin und Moderatorin mit dem Schwerpunkt machtkritisches Diversity Management. Website: www.social-change.rocks

10:45 Uhr | Pause

Wir laden euch zu Kaffee und Kuchen im Foyer ein.

11:00 Uhr | Talk: "Frauen im Ehrenamt“

Für diesen Talk holen wir drei Frauen auf die Bühne, die sich ehrenamtlich in Bereichen engagieren, welche traditionell eher als "Männerdomänen" gelten. Gemeinsam werden sie über die Herausforderungen und Chancen für Frauen in untypischen Engagement-Bereichen diskutieren und über Möglichkeiten nachdenken, wie man mehr Frauen zu solchen Engagements motivieren kann.

Zu den Talkrunden-Teilnehmerinnen

Doris Turner ist Psychologin, Pädagogin und hat zusätzlich ein interkulturelles Studium absolviert. Sie hat jahrelange Erfahrung im Flüchtlings- und Migrationsbereich im In- und Ausland. Seit 2016 ist sie ehrenamtlich im Racketlon tätig, 2018 hat sie die "Racketlon Union Afghanistan" gegründet, die Afghan:innen und auch Menschen aus anderen Nationen ein regelmäßiges wöchentliches Training sowie die Teilnahme an Turnieren, EM und WM ermöglicht. Außerdem gibt es – dank SPORTUNION geförderte – Ausbildungen im Bereich Übungsleitung und Schiedsrichter:innentätigkeit, die jährlich von den Vereinsmitgliedern in Anspruch genommen werden. Privat haben sie und ihr Mann einen afghanischen Pflegesohn und für weitere Vereinsmitglieder ist sie als Patin tätig.

Denise Trippold ist seit ihrer Kindheit im Schachsport aktiv und spielt derzeit für das österreichische Frauennationalteam. Seit einigen Jahren engagiert sie sich neben ihrer Tätigkeit als Trainerin als Vorsitzende der Frauenkommission des Österreichischen Schachbundes und Mitglied des Präsidiums ehrenamtlich. Für ihren "Heimatverband" in Niederösterreich ist sie als Präventions- und Schutzbeauftragte gegen sexualisierte Gewalt tätig. Seit Anfang dieses Jahres ist sie zusätzlich beim österreichischen Schachbund geringfügig angestellt, um vor allem in den Bereichen Social Media und Eventmanagement zu unterstützen. Derzeit befindet sie sich am Ende ihres Masterstudiums in Psychologie in Graz.

Nicole-Catrin Huemer ist Hauptbrandinspektorin und SVE-Betreuerin (Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen) für den Bezirk Eferding (OÖ). Zusätzlich ist sie hauptberufliche Betriebsfeuerwehrfrau am Landestheater Linz.

11:40 Uhr | Vortrag: "Inklusion durch Innovation: Wie Künstliche Intelligenz unsere Gesellschaft bereichert“

In diesem Vortrag erkunden wir die transformative Kraft der Künstlichen Intelligenz (KI) und wie sie dazu beiträgt, eine inklusivere Gesellschaft zu schaffen. Wir werden die verschiedenen Wege beleuchten, auf denen KI Barrieren beseitigt, individuelle Fähigkeiten fördert und Chancen für Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen eröffnet. Entdecken Sie, wie KI nicht nur Technologie, sondern auch soziale Veränderung vorantreibt und die Zukunft der Inklusion gestaltet.

Zur Person

Kornelius Pešut ist ein Experte im Bereich künstliche Intelligenz mit einem Schwerpunkt auf Inklusion. Sein Hintergrund in Kommunikation und Mediendesign bildet die Grundlage für seine Arbeit. Als Digital Officer in der IT-Branche setzt er sein Fachwissen ein, um Technologie sinnvoll zu nutzen.

Zusätzlich gründete er zusammen mit zwei Kolleginnen einen Verein zur Förderung barrierefreier Inhalte, mit dem Ziel, gleiche Chancen durch Inklusion zu schaffen. Sein Engagement zeigt sich in der aktiven Förderung von Technologien, die das Leben von Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen verbessern.

Kornelius Pešut strebt danach, durch sein Fachwissen und Engagement dazu beizutragen, Barrieren abzubauen und die Zugänglichkeit für alle zu verbessern. Seine Arbeit ist geprägt von dem Ziel, die sinnvolle Nutzung von Technologie zur Förderung einer inklusiveren Gesellschaft zu fördern.

12:00 Uhr | Mittagspause

In der Mittagspause verwöhnt uns das Team von BUFFET COLOSSEUM mit vegetarischen und veganen Köstlichkeiten.

13:00 Uhr | Lesung durch Alfred Rauch

Die zweite Lesung von Alfred Rauch mit dem Titel "Unterhaltsames, Besinnliches und Skurriles von besonderen Menschen – Über das Altern"

13:15 Uhr | Vortrag: "Anti-Rassismus ist freiwillig?! Freiwilligenarbeit am Beispiel von Black Voices Austria"

In dieser Keynote von Noomi Anyanwu, Vorsitzende von Black Voices Austria, geht es um die Vereinbarkeit von Freiwilligenarbeit und Anti-Rassismus, welche Ressourcen dafür notwendig sind und welche Hürden sich ergeben. Außerdem gibt es einen Einblick in die mehrjährige Erfahrung des Teams rund um Black Voices, für Anti-Rassismus zu lobbyieren und kämpfen – von der Straße bis ins Parlament.

Zur Person

Noomi Anyanwu ist Aktivistin und Sprecherin von Black Voices Austria. Sie hat ihren Bachelor in Afrikawissenschaften abgeschlossen und studiert Human Rights and Diplomacy im Master. Seit ihrem 15. Lebensjahr ist sie bereits politisch aktiv in Form von Workshops, österreichweiten Kampagnen in Jugendorganisationen, ihrer Schulzeitung oder aktuell ihrem Online Aktivismus als @thisisnoomi. Außerdem tritt sie als Trainerin und Beraterin zum Thema Anti-Rassismus für Organisationen oder in der Erwachsenenbildung auf. Ihre letzte Publikation als Autorin und Herausgeberin war mit dem Rassismus Ratgeber „War das jetzt rassistisch?“ ein großer Erfolg.

13:35 Uhr | Vortrag: "Organisationen queersensibel gestalten“

Ein Regenbogenfähnchen an der Tür ist schon mal ein netter Anfang. Mit diesem Vortrag soll aufgezeigt werden, wie sich darüber hinaus und tatsächlich Organisationen queersensibel gestalten lassen.

Zur Person

Corinna Weiler (sie) lebt in Berlin und Hannover. Sie beschäftigt sich mit Empowerment- und Antidiskriminierungspolitik. Studium der Politikwissenschaft, Germanistik, Deutsch als Fremdsprache und Gender & Postcolonial Studies in Trier, Washington D.C. und Maastricht.

Seit 2016 arbeitet sie in einer queeren NGO. Ehrenamtliches Engagement als Mentorin bei Arbeiterkind e.V.

14:00 Uhr | Vortrag: "Inklusives Ehrenamt bringt neue Sichtweisen"

Maximilian Reutterer berichtet davon, wie die Einbeziehung von Menschen mit Sehbehinderung im Freiwilligendienst sowohl die Einzelnen als auch die Gemeinschaft bereichert. Eine Ermutigung!

Zur Person

Maximilian Reutterer hat seinen Zivildienst beim Blindenverband in Salzburg absolviert. Danach ist er nach Wien gezogen und hat jahrelang bei Assistenz24 als persönlicher Assistent für blinde und sehbehinderte Personen gearbeitet. Seit 2019 ist er in der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen als Freiwilligenkoordinator tätig.

14:20 Uhr | Vortrag: "Mit Teilhabe gegen den Rückzug durch Beschämung!“

Armut treibt Menschen in die soziale Isolation, wenn die Möglichkeit fehlt, sich als aktive Gestalter:innen wahrzunehmen. Diese Keynote widmet sich deshalb der Frage, wie der Weg vom Vermeiden potentiell beschämender Situationen hin zu Teilhabe gelingen kann, und weshalb die Freiwilligenarbeit hier ein erster, wichtiger Schritt ist. Außerdem wird beleuchtet, inwiefern Inklusion in der Freiwilligenarbeit beiträgt, verfestigte Vorurteile abzubauen, und welche Hürden es zu bewältigen gibt.

Zur Person

Daniela Brodesser ist Autorin, Kolumnistin, Vortragende, Aktivistin und Mutter von vier Kindern. Aufgrund schwerer Erkrankungen ist die Familie in Armut geraten. Seit 2017 versucht Daniela Brodesser, öffentlich auf die Folgen von Armut – wie fehlende Teilhabe, Beschämung und Rückzug – aufmerksam zu machen. Seit 2019 ist die Familie wieder über der Armutsgefährdungsschwelle.

14:45 Uhr | Ausblick und weiterführende Angebote rund um Inklusion im Freiwilligenbereich

15:00 Uhr | Abschluss

Die Freiwilligenkonferenz wird ermöglicht durch Fördermittel des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz

Mitveranstalter:

Interessensgemeinschaft Freiwilligenzentren Österreich: Die igfö ist ein Zusammenschluss von Freiwilligenzentren, -agenturen und -börsen in Österreich.

Kooperationspartner:

Fokus Mensch: Die Interessensvertretung für Menschen mit Beeinträchtigung oder chronischen Erkrankungen in Oberösterreich.